Irrtümer über pflanzliche Arzneimittel



Sanft, natürlich, nebenwirkungsfrei - das Image pflanzlicher Arzneimittel ist durchweg positiv. Fast zu positiv, meinen viele Apotheker und Ärzte, denn Folge des positiven Bildes ist oft genug eine unkritische Anwendung. Wer die drei häufigsten Irrtümer über pflanzliche Arzneimittel kennt, kann jedoch sicher sein, daß ihm die Medizin aus der Natur nicht schadet.

Irrtum 1:
Pflanzliche Arzneimittel kann jeder nehmen. Falsch. Wer ein Magengeschwür hat oder hatte, für den sind beispielsweise Magenmittel oder Magentees mit Bitterstoffen tabu. Zum Ausschwemmen von Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) sind wassertreibende Arzneipflanzen völlig ungeeignet. Hier muß der Arzt verschreibungspflichtige Präparate, sogenannte Diuretika, verordnen.

Tip: Beipackzettel immer genau lesen. Unter dem Punkt "Gegenanzeigen" ist vermerkt, wer das betreffende Arzneimittel nicht nehmen darf.


Irrtum 2:
Alle pflanzlichen Arzneimittel eignen sich gut zur Dauereinnahme. Gegenbeispiele: Pfefferminze kann bei Dauergabe den Magenschließmuskel erschlaffen lassen und dadurch Sodbrennen auslösen. Wacholderbeeren können die Nieren schädigen, wenn sie jahrelang in hohen Dosen genommen werden. So gut diese Heilpflanzen über einen kurzen Zeitraum vertragen werden, für die Einnahme über Jahre sind sie ungeeignet.

Tip: Bedenken Sie, daß auch pflanzliche Präparate echte Arzneimittel sind, die Sie ohne den Rat von Apotheker oder Arzt nicht über längere Zeit anwenden sollten.


Irrtum 3:
Pflanzliche Arzneimittel sind ideal für Schwangere. Gegenbeispiele gibt es viele. Zum Beispiel kann Aloe, die gegen Verstopfung eingesetzt wird, den Blutfluß im Becken erhöhen und so eine Frühgeburt auslösen.

Tip: In der Schwangerschaft keine Arzneimittel ohne Rat vom Arzt oder Apotheker nehmen - auch keine pflanzlichen.

Beratungsclips

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